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capd - Unabhängigkeit von der Maschine - ich dialysiere über mein Bauchfell


Mein Tag als Bauchfelldialysepatient muß gut geplant und durchdacht sein. Denn ich muß viermal täglich im Abstand von ca. 5-7 Stunden einen Beutelwechsel durchführen. Ich stehe in der Regel immer so gegen 7.00 Uhr auf und mache meinen ersten Wechsel bis ca. 7.30 Uhr. Dann gehe ich meinem normalen beruflichen Alltag nach. Hierzu muß ich sagen, dass es vorteilhaft für mich ist, selbständig zu sein. Ich denke, ein Arbeitgeber würde mir die krankheitsbedingten Zeitausfälle nicht in dem Rahmen ermöglichen und sich auch nicht in so einem strengen Maß an die Zeitintervalle halten können. Der nächste Wechsel ist dann gegen 12.00 Uhr dran, auch wieder 20-30 Minuten, und so fort 17.00 Uhr bis 17.30 Uhr und letzter Wechsel so 22.30-23.00 Uhr. Natürlich kommt es terminlich bedingt auch mal zu zeitlichen Verschiebungen von plus/minus 1-2 Stunden, was für mich auch nicht weiter tragisch ist. Aber die 4 Wechsel pro Tag werden gemacht. Einen Ausfall aus Zeitgründen lasse ich nicht zu.

Meine persönliche Bilanz nach nunmehr gut 2 Jahren Bauchfelldialyse hat positive und negative Seiten:

Zuerst das Positive:

Auf Grund der kontinuierlichen Entgiftung des Körpers quasi 24 Stunden täglich, ähnlich wie bei gesunden Menschen, wird die natürliche Funktion der Nieren besser künstlich nachgeahmt als durch die Hämodialyse, wo es immer ein Auf und Ab gibt. Dazu kommt die freiere Ernährung und Flüssigkeitszufuhr bei PD. Man hat keine Schmerzen bei der Punktion, und der Kreislauf wird nicht belastet. Man ist nicht 4-5 Stunden an ein Bett gefesselt und verliert so nicht wertvolle Zeit. Ich kann meinen Beruf sehr gut noch damit ausüben, habe keine Ausfälle. Bei HD wäre ich 3 Mal pro Woche nicht in der Lage berufstätig zu sein.

Nun das Negative:

Schwimmen und Sauna sind eher tabu wegen der Infektionsgefahr durch den Katheterschlauch im Bauch. Man muß sehr disziplniert leben und ein geordnetes Leben führen. Mal schnell wegfahren ist nicht so einfach. Denn die Beutel und das Material müssen mitgenommen werden, auch eine Wärmplatte, da ja die Beutel immer auf Körpertemperatur erwärmt werden müssen. Was auch störend ist, dass man quasi nach der uhr leben muß. Bei der HD hat man mal einen Tag frei oder sogar das Wochenende. Bei PD ist jeder Tag Dialysetag.

Fazit für mich persönlich:

Es gibt nicht eine bessere oder schlechtere Dialyseform. Jede(r) Betroffene muß das Positive und Negative für sich selbst abwägen, um eine für seine Bedürfnisse optimale Dialyseform zu wählen. Aufklärung und Beratung im Vordialysestadium sind sehr wichtig und sollten genutzt werden. Sowohl die persönlichen als auch die beruflichen Umstände sind aus meiner Sicht das Entscheidende, um sich auf die eine oder andere Form festzulegen.


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