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Nachtdialyse - der Tag gehört mir


Nachts immer daheim???

Das ist ne Frage, die ich mir vor knapp 2 Jahren stellte oder war es doch früher? Ich glaube als ich erfuhr, dass Dia ansteht und mir mein Doc sagte, wir haben in unserem Zentrum die Möglichkeit der Nachtdialyse, ab da stand für mich fest, wenn es sein muss, dann nachts.
Die ersten drei Monate musste ich Früh- bzw. Abenddialyse machen, damit „getestet“ werden konnte, ob ich ein stabiler oder ein eher instabiler Patient bin.

Als dann die erste Nachtdia anstand, war ich doch recht unsicher, es waren ja doch 7 Stunden an der Maschine. Blauäugig wie ich war, fuhr ich zum Zentrum. Meine Pillen für morgens hatte ich dabei, mein Epo war in der Kühltasche und der Parkplatz vorm Zentrum war frei. Also los, rein und die Treppe hoch, mal sehen ob es nachts was anderes ist, so außer die Zeit. Da stand ich nun, meine Tasche in der Hand und sah, dass alle, außer mir - na was schon - einen Schlafanzug anhatten. Na toll, wieso habe ich da nicht dran gedacht???? Gut, zu ändern war es nicht mehr, was sollte ich tun? Hatte mich dann einigermaßen der Hose und dem Pullover entledigt und konnte mich „fast“ normal, wie die anderen, für die Nacht fertig machen.
Ein paar Tage vor der ersten Nachtdia, hatte ich das Glück, von einem Arbeitskollegen, der mit „lauten“ Sachen arbeitet, ein paar Ohrstöpsel zu bekommen. Die mitzunehmen, war in den ersten Wochen das Beste, was ich tun konnte. Die Schwester kam zum punktieren und anschließen, der Fernseher lief und nachdem alle in unserem „Abteil“ angehängt waren, löschte die Schwester das Licht.

Die erste Nacht an der Waschmaschine war schon komisch - rechts und links, vorne und hinten, das Rauschen, das Piepen, allgemeine Unruhe. Ich hörte auf jedes Geräusch, ich achtete auf meinen Arm, ich lag steif und still. Die Geräusche verstummten etwas, nachdem ich mir die Ohrstöpsel eingesteckt hatte, aber die Angst um den Shunt blieb. An Schlafen, ich meine, richtig schlafen, war nicht zu denken. Ab und zu nickte ich mal weg, aber es war kein richtiger Schlaf. Oh war ich froh als es 05:30 Uhr war und die Zeit um war. Abschließen, abdrücken, aufstehen und anziehen, das war wie immer.

Es gab jedoch eine Regel: Nach der Nachtdia musste Mann/Frau im Zentrum frühstücken, bevor wir Heim fahren konnten. Das war ne gute Sache, ich hatte immer nach der Dia Hunger. Im Zentrum gab es Brötchen mit Wurst, Käse, Marmelade und Kaffee bis zum Ende. Das ist ne Supererfindung - Frühstück nach der Dia.
Die erste Nachtdia war vorbei und ich wusste, was sich am Mittwoch in meinem Gepäck befinden würde.

Waren die ersten paar Nächte auch ein wenig unruhig für mich, so gewöhnte ich mich aber mit der Zeit an den Rhythmus und an das „Drumherum“. Ich schlief mit der Zeit so gut, wie in meinem eigenen Bett zu Hause.

Heute, 1,5 Jahre nach der ersten Nachtdia, muss ich einfach sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich getroffen habe. Diese Form der Dialyse passt einfach am besten zu mir und meinem „Lebenswandel“. Was macht Mensch nachts meistens???? Schlafen oder? Hier hatte ich die Möglichkeit, das Notwendige mit dem Nützlichen zu verbinden. Ich konnte nach der Dia auf Arbeit und am Samstagmorgen nach Hause fahren und noch 1-2 Stunden in meinem Bett schlafen.

eine kleine Randbemerkung: Der Patient wurde während des Berichtes transplantiert, deswegen die Vergangenheitsform. Herzlichen Glückwunsch sagt die SHG-Siegerland


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